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Urolisk überragt Karlsruhes PyramideMobiles Kunstwerk ist Mittelpunkt der Männergesundheitstage in der Fächerstadt
Karlsruhe ist Schauplatz einer außergewöhnlichen Gesundheitsaktion: Im Rahmen einer bundesweiten Informations- und Aufklärungskampagne zur Früherkennung von Prostatakrebs gastiert der Urolisk, wie Urologen, Künstler und Selbsthilfegruppen „ihren“ Obelisken getauft haben, in der Stadt. Als interaktiver Begegnungs- und Informationspunkt des Männergesundheitstages steht die elf Meter hohe und 4,5 Tonnen schwere Skulptur vom 21. bis 22. Oktober auf dem Karlsruher Marktplatz vor dem Rathaus. Mit seiner Höhe überragt der steinerne Koloss sogar die Pyramide, das Wahrzeichen Karlsruhes, und auch seine Botschaft hat es in sich. Der Urolisk mahnt an, was Männer gern verdrängen: Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern, die Prostatakrebsvorsorge deshalb von großer
Bedeutung.
Erschreckende 12.000 Todesfälle pro Jahr bei geschätzten 40.000 Neuerkrankungen sprechen eigentlich Bände – aber die deutschen Männer ab 45 Jahren stellen sich zu häufig taub. Nur etwa 15 – 20 Prozent von ihnen gehen zur Vorsorgeuntersuchung. Auf Karlsruhe bezogen bedeutet das, dass rund 44 000 Männer die Möglichkeiten der Früherkennung nicht nutzen. Der Urolisk, der seit 2003 im Dienst der Aufklärung über Prostatakrebsfrüherkennung im deutschsprachigen Raum von Stadt zu Stadt zieht, soll helfen, das zu ändern. In Karlsruhe stehen zwei Aktionstage im Zeichen von Vorsorge und Männergesundheit. Die Veranstaltung der „Initiative Männergesundheit“ von Karlsruher Urologen aus Klinik und Praxis, die in Kooperation mit dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. sowie der Firma Takeda Pharma, Aachen durchgeführt wird, steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Karlsruhe, Heinz Fenrich. Profiboxer Sven Ottke ist prominenter Unterstützer der Aktion.
Den Auftakt macht die feierliche Enthüllung des Urolisken am Freitag, dem 21. Oktober, ab 10 Uhr auf dem Marktplatz durch Oberbürgermeister Fenrich. Ebenfalls vor Ort sind u.a. die Karlsruher Urologen Professor Dr. Detlef Frohneberg und Dr. Claus Tiggemann, sowie Vertreter der Selbsthilfegruppen. „Der demonstrative Einsatz einer außergewöhnlichen Öffentlichkeitsaktion mit dem Urolisken soll das Thema ‚Männergesundheit’ in das Visier von Presse, Funk und Fernsehen und damit der Öffentlichkeit stellen. Auf diese Weise soll eine Lanze für die allgemeine Gesundheitsvorsorge der Männer gebrochen werden", so Professor Frohneberg, Direktor der Urologischen Klinik, Städtisches Klinikum Karlsruhe.
Bis 18 Uhr stehen am Urolisken dann Unterhaltung und Interviews, Information und Beratung rund um das Thema Prostataerkrankungen und Vorsorge auf dem Programm.
Ab 19.30 Uhr geht es weiter mit einer öffentlichen Talkrunde im Medientheater ZKM in der Lorenzstraße 19, moderiert von Thomas Hegemann. Der Eintritt ist frei. Dort diskutieren u.a. prominente Gäste wie Bürgermeister Ullrich Eidenmüller und Deutschlands bekanntester Sexualforscher Oswalt Kolle, sowie die Urologen Professor Dr. Detlef Frohneberg und Dr. Thomas Weber. Sie alle wollen das Gesundheitsbewusstsein der Männer stärken und ihr Vorsorgeverhalten ändern. Warum sind Männer Vorsorgemuffel? Wo liegen die Probleme? Was kann die Wissenschaft machen und was (noch) nicht? Wie kann Vorsorge aussehen und welche Alarmzeichen gibt es? Die Talkrunde will den Besuchern im ZKM Antworten geben.
Sexualforscher Oswalt Kolle legt den Finger auf einen wunden Punkt der meisten Männer, sich bei etwaigen Potenzproblemen nicht zurück zu ziehen, sondern sich ihnen zu stellen und professionelle Hilfe zu suchen. „Potenzprobleme können viele Ursachen haben“, betont er. „Die wahre Stärke eines Mannes zeigt sich erst, wenn er mit seinen Schwächen und Krankheiten offen umgehen kann.“
Dr. Ulrike Ullmann von Pro Familia, ebenfalls Diskussionsteilnehmerin, weiß: „Ich mache die Erfahrung, dass auch in unserer heutigen Informationsgesellschaft Männer nicht genügend oder in der richtigen Weise angeregt werden, ihre Gesundheit zu beachten und Vorsorge in Anspruch zu nehmen.“ Auch die Frauen gilt es, in Sachen Männergesundheit aufzuklären. "Wichtig ist, dass Frauen auf diesen Punkt ebenfalls aufmerksam gemacht werden, da sie sehr häufig als die Gesundheitsgaranten einer Familie gelten", so Professor Frohneberg.
Am Samstag gibt es von 10 – 16 Uhr wieder Interviews und Unterhaltung, Information und Beratung am Urolisken auf dem Marktplatz. Parallel dazu können interessierte Besucher von 10 – 17 Uhr im Rathaus, für Laien verständliche, Vorträge u.a. zu den Themen gutartige Vergrößerung der Prostata, Potenzprobleme und Prostatakrebs verfolgen. Die Karlsruher haben dort außerdem die Möglichkeit zu individueller Beratung und kostenlosem PSA-Test. Dieser Bluttest misst das prostata-spezifische Antigen, dessen Wert einen Hinweis auf eine Veränderung der Vorsteherdrüse geben kann. Auch die so genannte Uroflow-Messung wird im Rathaus angeboten. Diese Messung der Kraft des Harnstrahls, kann ebenfalls Auskunft über eine mögliche Erkrankung der Prostata geben.
Bürgermeister und Gesundheitsdezernent der Stadt Karlsruhe Ullrich Eidenmüller baut auf den Erfolg der Aufklärungskampagne: “Nur Mut, Männer! Wir haben den Weg nach Amerika gefunden, auf den Mount Everest und sogar zum Mond. Eines Tages werden wir es auch zur Vorsorgeuntersuchung schaffen!” Profiboxer Sven Ottke will Männern mit der ganzen Kraft seiner Prominenz Mut zur Vorsorge machen und bringt es auf den Punkt: „Mann, sei ein Mann, geh zur Krebsvorsorge!“
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