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American Urological Association Annual Meeting 21. - 26. Mai 2005 in San Antonio, Texas, USA| Publikationsnummer: | 536 | | Titel der Präsentation: | Durch Prostatakarzinom bedingte Mortalität nach Einführung des Massenscreenings auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) im österreichischen Bundesland Tirol: Follow-up bis zum Jahr 2003 | | Kategorie: | 41 - Nachweis und Screening | | Verfasser: | Georg Bartsch*, Wolfgang Horniger, Wilhelm Oberaigner, Dieter Schönitzer, Helmut Klockner, Andres Berger, Alexandre Pelzer, Jamis Bektic, Innsbruck; Chris Robertson, Glasgow; Gianluca Severi, Melbourne; Mathieu Boniol, Peter Boyle, Lyon |
Einführung und Zielsetzung: Tests auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) wurde 1986 in den Vereinigten Staaten für Follow-up-Untersuchungen zugelassen und das Verfahren wird seitdem vor allem in den USA in erheblichem Umfang für den frühzeitigen Nachweis von Prostatakarzinomen eingesetzt. Im Bundesland Tirol wurde in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts das PSA-Testen ohne organisatorische Einbindung eingeführt und im Jahr 1993 wurden in Tirol PSA-Untersuchungen allen Männern im Alter zwischen 45 und 75 Jahren kostenlos verfügbar gemacht. Wir haben bereits zuvor Daten zu den Untersuchungsergebnissen für den Zeitraum bis 1999 vorgelegt und wollen jetzt diese Informationen anhand von Mortalitätsdaten bis zum Jahr 2003 aktualisieren.
Methode: Männer mit normalen PSA Resultaten wurden aufgefordert, innerhalb eines Jahres einen erneuten Test durchführen zu lassen, während alle Personen mit erhöhten PSA Werten an ihren Hausarzt und daraufhin an einen Urologen überwiesen wurden. Die Entscheidung über das Durchführen einer Biopsie basierte auf den altersspezifischen PSA Bereichen und dem Prozentsatz an freiem PSA. Zum Zeitpunkt der Blutabnahme wurde keine digital-rektale Palpation vorgenommen. Allein im ersten Jahr wurden 32,3 % aller Männer aus der genannten Altersgruppe untersucht und in den letzten zehn Jahren der Laufzeit dieser Studie wurden mindestens 85 % aller dieser Altersgruppe angehörenden Männer getestet.
Ergebnisse: Seit der Einführung dieses Screening-Programms wurde eine signifikante Verschiebung hin zu den niedrigeren Erkrankungsstadien und eine Zunahme der Anzahl organbegrenzter, potentiell heilbarer Karzinome beobachtet. Von 1970 bis 1992 kam es bei österreichischen Männern im Alter zwischen 40 und 79 Jahren zu einer geringfügigen Zunahme der durch Prostatakarzinome bedingten Mortalität. Zwischen Tirol und den übrigen österreichischen Bundesländern wurde für diesen Trend keine Differenz festgestellt (p=0,23). Ab dem Jahr 1993 bestand im verbleibenden Teil Österreichs ein geringfügiger, allerdings konsistenter Rückgang der auf Prostatakarzinome zurückzuführenden Mortalitätsraten. In Tirol war die Reduktion der Mortalitätsraten wesentlich ausgeprägter: zwischen 1993 und 1995 blieb die Mortalität relativ konstant, sie fiel bis 1999 ab und erreichte in der Folgezeit ein Plateau, das 20 % niedriger als im verbleibenden Österreich liegt. Zwischen Tirol und den übrigen österreichischen Bundesländern unterschieden sich seit 1993 die Trends der durch Prostatakarzinome bedingten Mortalität signifikant voneinander (p=0,0008).
Schlussfolgerungen: Es handelt sich bei den vorgelegten Daten nicht um eine randomisierte Studie sondern um eine Beschreibung der Ergebnisse eines einzigartigen naturalistischen Experiments. Diese Resultate sind mit der Hypothese konsistent, dass die Grundsatzentscheidung, PSA-Tests kostenlos zur Verfügung zu stellen und ihre weit reichende Akzeptanz unter den Männern in der Zielpopulation mit einem Rückgang der durch Prostatakarzinome bedingten Mortalität einhergehen. |